Psychohygiene

Psychohygiene – besonders wichtig in Krisenzeiten

Psychohygiene – besonders wichtig in Krisenzeiten

Die aktuelle Lage stellt viele Menschen vor besondere Herausforderungen. Neben all den Maßnahmen, Verhaltensregeln und Verboten gilt es gerade jetzt auch auf die eigene mentale Verfassung zu achten. Wie gut sorgen Sie für Ihre psychische Gesundheit und was bedeutet überhaupt das Wort Psychohygiene?

Der Ausdruck der Psychohygiene wurde schon 1908 von Beers & Meyer geprägt und meint allgemein die Sorge für die Erhaltung der geistigen Gesundheit.

Der deutsche Psychologe und Pädagoge Karl Mierke stellte es 1967 noch etwas differenzierter dar:

1. Die präventive Psychohygiene hat die Gesunderhaltung des Individuums und der Gesellschaft zum Ziel.

  1. Die restitutive Psychohygiene ist bemüht, in Lebenskrisen oder Konfliktsituationen frühzeitig regenerative und korrigierende Maßnahmen einzuleiten.
  2. Die kurative Psychohygiene nimmt sich bereits bestehender Einschränkungen an, um diese mit klinischen oder psychotherapeutischen Verfahrensweisen zu heilen.

Der deutsche Pädagoge Eberhard Schomburg formulierte 1975 die Ziele der Psychohygiene als das Erhalten oder Erreichen der von ihm formulierten 6 Lebensgrundbedürfnisse:

- Liebe
- Sicherheit
- Anerkennung / Bestätigung / Erfolgserlebnisse
- Raum zu freiem, schöpferischem Tun
- Erlebnisse mit Erinnerungswert
- Selbstachtung

Besonders die Formulierung der 6 Lebensgrundbedürfnisse von Schomburg halte ich für elementar wichtig und jeder Einzelne kann in seinem Leben viel dafür tun. Es ist sehr erfüllend für sich selbst und seine Lieben diese Bedürfnisse zu erfüllen. Was können Sie aktuell konkret tun?

Richten Sie Ihren Blick auf die schönen Dinge – sei es in der Natur, in der Partnerschaft etc.
Sprechen Sie mit Ihren Lieben täglich über die schönsten Ereignisse und Momente. Ritualisieren Sie die Frage: Was sind die 3 schönsten Dinge, die Du heute gesehen / gehört / erlebt hast?

Achten Sie auf die Erfüllung Ihrer Lebensgrundbedürfnisse, indem Sie sich einen liebevollen Rahmen setzen. Telefonieren Sie mit angenehmen Menschen, schreiben Sie ein Glückstagebuch, versenden Sie positive Botschaften, basteln Sie mal wieder oder erfreuen sich an alten Fotos.

Gönnen Sie sich täglich Zeit zum Müßiggang und seien es nur die berühmten 5 Minuten – doch diese voller Bewusstsein und Ruhe. Genießen Sie eine Tasse Kaffee / Tee und schauen Sie etwas Schönes an, hören Sie Ihr Lieblingslied oder spielen Sie ein Instrument. Ihrer Freiheit sind keine Grenzen gesetzt.

In diesem Sinne: Viel Spaß bei Ihrer Psychohygiene!

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